Was ist Change-Management und wo ist der Unterschied zu Projekt-Management?

Change-Management ist das Management von Veränderungsprozessen, in denen von einem bestehenden Ausgangszustand ausgehend ein neuer Zielzustand erreicht werden soll, der auch eine Verhaltensänderung beinhaltet. Im Vergleich zum Projekt-Management fokussiert Change-Management auf die Bedürfnisse der Betroffenen, ihr Verhalten und ihre Reaktionen – sowohl als Einzelperson, wie auch als betroffene Gruppe. Ein Auftraggeber von mir vergleicht das gerne so: „den Puls bei den Mitarbeitern fühlen“. Doch wie bei einer ärztlichen Visite auch muss man mehrere Analysewerte heranziehen und diese richtig interpretieren und daraufhin dann seine Behandlung immer wieder neu anpassen. So wie der Heilungsverlauf des Patienten es eben erfordert.

Change-Management ist deshalb auch immer eine intensive Betrachtung der Umstände und Risiken, die sich insbesondere auch aus der Unternehmenskultur ergeben. Sie will ein Arbeitsumfeld erschaffen, in dem unausweichliche Veränderungen von allen Betroffenen konstruktiv und engagiert mitgetragen werden. Sehr hilfreich dafür ist selbstverständlich eine gute Führungskultur mit ausgeprägter, offener Kommunikation und die fortlaufende, regelmäßige „Visite“.

Man könnte sagen, dass sich Change-Management um alle Einflussfaktoren kümmert, die einen Veränderungsprozess einerseits torpedieren oder andererseits sicherstellen, also in jeglicher Form beeinflussen können. Damit ist Change-Management auch eine notwendige Ergänzung zum Projektmanagement: Projektmanagement steuert die Implementierung von Neuem, Change-Management sichert dessen Nutzung, dessen Nachhaltigkeit und dessen positiven Einfluss.

Nehmen wir als Beispiel ein Unternehmen, welches ein neues ERP System einsetzen will. Gutes Projektmanagement sorgt dafür, dass die Softwareimplementierung gut geplant und vorbereitet ist und ohne Probleme oder Zeitverzögerung durchgeführt wird. Die am schwierigsten vorhersehbaren Probleme tauchen jedoch meist nach dem go-live auf, wenn die Mitarbeiter in neuen Abläufen und mit neuer Technik sofort funktionieren sollen. Change-Management hilft, dieses Risiko von vornherein zu minimieren und liefert damit einen wertvollen wirtschaftlichen Beitrag zum Erfolg.

Change-Management trägt Sorge dafür, dass ein Plan funktioniert — und zwar über eine mängelfreie Technologieinstallation hinaus. Sobald eine Technologie oder Lösung zu einer „Erschütterung“ im operativen Betrieb führt, liegt das größte Risiko für den Erfolg in den Menschen, die mit der neuen Situation, der neuen Technik, neuen Prozesse oder Rollen und Verantwortlichkeiten umgehen müssen.
Ich unterscheide hier gerne zwischen der reinen »Installation« einer Technologie oder Lösung und der umfassenderen Implementation. Das Implementieren beinhaltet den erfolgreichen und erprobten Umgang im Betrieb etwa mit einer neuen Technologie, neuen Rollen und Verantwortlichkeiten.

Mir gefällt der Vergleich, den ein Kollege von mir anstellt: Change-Management kann man mit einer Versicherung vergleichen. Es kostet Geld, es zu tun, aber der potenzielle Verlust bei Verzicht ist um ein vielfaches höher. Das unterstreichen auch die Untersuchungen von Prof. J.P. Kotter von der Harvard Business School. Nach seinen Analysen verfehlen 70% aller Change-Projekte ihr Ziel. Die Antwort darauf liegt im professionellen Change-Management.

Denken Sie auch über Ihre Organisation und Veränderungen nach und hätten gern den Blick eines erfahrenen Change Managers darauf? Dann lassen Sie uns sprechen und senden Sie mir unter wunsch@wunsch-ub.de eine formlose Nachricht!